Habt ihr Erfahrung mit Fahrertrainings im eigenen Wagen?

  • Servus,


    habt ihr mit eurem Xie schonmal an einem Fahrertraining teilgenommen? Ich würde gerne mal an einem teilnehmen um die Grenzen meines Autos (und von mir) auszutesten. Ich habe mir die BMW Fahrertrainings angeschaut, aber da fährt man meist in einem 3er (oder 1er, X5). Für mich würde es aber mehr Sinn machen so ein Training mit meinem eigenen Auto zu absolvieren. Mit dem bin ich ja schließlich täglich unterwegs.


    Der ADAC bietet solche Trainings im eigenen Wagen an, glaube ich. War da schonmal jemand dabei und kann ein bisschen etwas dazu schreiben? Oder natürlich auch von anderen Anbietern.


    Speziell interessieren würden mich bei so einem Training allgemeine Fahreigenschaften (enge Kurven, Unter- & Übersteuern), das ganze bei nasser Fahrbahn und auch bei Schnee und Eis. Offroad ist für mich nicht wichtig, wäre aber bestimmt auch ganz spaßig.

    Das Problem mit Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie so recht weiß ob sie echt sind.


    Abraham Lincoln

  • hab ich schon oft mit dem eigenen Fahrzeug (inzwischen durch die Jahre verschiedene Marken, Modelle) gemacht…macht nicht nur irren Spaß, sondern bringt auch wirklich was.


    wichtig ist aber, dass man diese Trainings öfters wiederholt. am besten jährlich und nicht alle heiligen Eiszeiten mal…


    eine wirklich tolle Übung ist immer die "Schleuderplatte". läuft bei den Trainings wo ich bisher unteranderem dabei war immer so ab:
    man fährt mit maximal 50km/h auf eine im Boden eingelassene Platte zu und bei Überfahren dieser löst das System per Zufall nach rechts oder links aus. dies simuliert den seitlichen Heckcrash mit bspw. einem LKW. in Anfängerkursen wird das reine Abfangen des Autos geübt, in Fortgeschrittenen (manchmal auch schon kurz in Anfängerkursen) dann das Abfangen und sofort danach Ausweichen eines stehenden Hindernisses (Wasserwand), falls nicht möglich die Notbremsung vor dem Hindernis.


    interessant ist auch immer wieder der Slalom auf unterschiedlichem Belag. bisher links meist simulierte Schnee/Eisfahrbahn, rechts normaler nasser Asphalt…bis zu welcher Geschwindigkeit schafft es das Auto bzw. man selbst noch durch die Pylonengasse?


    vom Lerngehalt her nicht so groß, aber dennoch eindrucksvoll war bei einem Training eine Notbremsübung:
    Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 60 km/h, bei den aufgestellten Pylonen Notbremsung einleiten. der Haltepunkte wurde dann neben dem Auto vom Instruktor abgesteckt. im weiteren Verlauft durfte man die Geschwindigkeit erhöhen (aber nicht über 90km/h gehen, sonst wäre die Bahn zu kurz geworden). beim letzten Lauf hatte ich 87km/h (Geschwindigkeitsanzeige auf dem Testplatz) drauf, war damit der zügigste und auch der, der am meisten von der eingeleiteten Notbremsung erlebt hat…der Bremsvorgang endete gefühlt einfach nicht und das Ende der Strecke kam bedrohlich nahe. ging sich natürlich gut aus. eine interessante und eindrucksvolle Übung, wie stark man sich verkeilen muss um auch wirklich überhaupt den maximalen (nötigen!) Bremsdruck ausüben zu können!


    viele FahrerInnen haben vor Fahrsicherheitstrainings einen gewissen Respekt und Angst ums Material. denen kommen dann gestellte Fahrzeuge zu Gute. aber bis auf das eine Training mit der Notbremsübung aus 87km/h (sehr selten und unüblich diese Übung!) wird alles wirklich materialbeanspruchende auf nasser Fahrbahn geübt und ist somit recht materialschonend.


    :)

  • Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, iamone! Bei welchem Anbieter (oder Anbietern) hast du denn dein Trainings bisher absolviert?
    Weitere Erfahrungsberichte anderer sind natürlich auch willkommen.

    Das Problem mit Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie so recht weiß ob sie echt sind.


    Abraham Lincoln

  • Hi,


    ich kann iamone Bericht nur unterstützen.
    Habe auch diverse Trainings beim ADAC gemacht (weil das der nächste Anbieter in der Region München ist, also Trainingsgelände Augsburg).
    Ersten Kurs mit 18 Jahren. Dann alle paar Jahre mal. Seit einigen Jahren regelmäßig einmal pro Jahr.
    Ich denke auch, dass das Training nur mit dem eigenen Wagen Sinn macht für das "normale" Leben auf der Straße. Du willst ja wissen, wie sich Dein Fahrzeug anfühlt und wie es sich verhält.


    Schnee und Eis brauchst Du nicht, weil das Trainingsgelände Gleitflächen hat. Da fährt man z.B. in eine Kurve, die man mit 35 kmh gerade noch so durchfahren kann, aber mit 37 schon rausgetragen wird. Daneben ist normaler Asphalt. Also wenn Du raus getragen wirst, steht Dein Wagen nach nur ein zwei Metern.


    Riesen Spaß -> Unbedingt machen!


    Vor drei Monaten habe ich noch ein Drift-Training draufgesetzt (aber nicht mit dem X1). Das war dann noch mal lustiger, weil man den Wagen gezielt über die Grenzen hinaus bewegt.


    Im Winter möchte ich, dann allerdings mit einem gestellten Wagen, ein Drifttraining im Schnee machen. Mal sehen...


    Die BMW Trainings sind mir persönlich zu teuer (liegt aber primär daran, dass das Fahrzeug gestellt wird). Aber mal mit einem M3 ein paar Runden drehen wäre auch reizvoll.

  • Ich hab in meinem X1 mein 2. ADAC Fahrertraining gemacht. Halte das im übrigen schon fast für Pflicht um auch mal in den Grenzbereich des Fzgs zu kommen und ein Gefühl für das Gefährt zu entwickeln.
    Ich kann es auf jeden Fall empfehlen. :)

  • Um hier mal Feedback zu geben: Im Frühjahr war ich beim ADAC Intensivtraining in Augsburg. Ich war sehr angetan und man bekommt schon ein ganz gutes Gefühl für den Wagen. Wie schon erwähnt ist die Schleuderplatte ein Höhepunkt des Trainings. Der X1 und ich haben uns auch sehr gut geschlagen und ich habe sehr viel Vertrauen in den Wagen (bzw. dessen Handling) hinzugewonnen.


    Neben dem besseren Gefühl für das Fahrzeug (+ ein paar allgemeinen Tipps) waren diese drei Punkte neu, bzw. interessant für mich:
    - Bei einer Notbremsung (voll aufs Bremspedal steigen) geht beim X1 selbständig kurz der Warnblinker an und auch wieder aus. Das war mir neu, finde es aber ein sehr gutes Feature.
    - Neben anderen neueren Fahrzeugen waren bei dem Training auch ein alter Audi 80 und Mercedes Exxx (ebenfalls 80-90er) dabei. Beide hatten "schon" ABS, aber man hat gesehen, dass diese sich bei manchen Übungen schwerer taten im Vergleich zu den aktuelleren Fahrzeugen. Besonders Gegenlenken bei der Schleuderplatte hat bei weitem nicht so gut funktioniert wie z.B. mit dem X1. Und rein auf das Fahrkönnen der jeweiligen Fahrer möchte ich das nicht schieben.
    - Das Abschalten des DSC hatte einen merklichen Effekt - diesen hatte ich allerdings größer/intensiver erwartet. Hier wird der Grund darin liegen, dass trotz "Deaktivierung" immer noch einige Regelkreise am werkeln sind.

    Das Problem mit Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie so recht weiß ob sie echt sind.


    Abraham Lincoln

  • Ich selbst habe schon zwei Fahrsicherheitstrainings beim ADAC in Lüneburg gemacht , eins mit dem Volvo V50 und eins mit dem x1.Ich kann es nur empfehlen , es zeigt einem was der Wagen alles kann und wann man selbst an seine Grenzen kommt. Außerdehm steht doch Weihnachten bald vor der Tür ( Wunschliste )


    Zaunkoenig

    Einmal editiert, zuletzt von zaunkoenig ()

  • Guten Tag,


    mal eine Frage: Finden sich hier Leute, die Lust haben, mit Ihrem X1 zu einem Trackday auf dem Lungauring (http://goo.gl/maps/9jZhV) zu gehen?
    Ich war Anfang des Jahres dort zu einem "Subaru Snow & Action-Training Advanced+" Training, um Allrad-Drifts zu lernen. 2015 wird dort das Fahren im eigenen Wagen angeboten, wenn sich genug Leute finden. Man sollte allerdings schon Erfahrung mit "dynamischen" Fahren haben.


    Hier ein Auszug aus dem Flyer, den ich habe:
    "Auf vielfachen Wunsch bieten wir Ihnen diesen Winter zum ersten Mal die Möglcihkeit, den Lungauring mit Ihrem Fahrzeug zu erleben. Ob freies Fahren im eigenen Auto oder angeleitet mit einem unserer dynamischen Allradler oder sportiven Hecktriebler - Erdriften Sie einen Tag lang die schönsten Seiten des Lungaurings.
    Termine: 28.01. oder 12.02.
    Tagespauschale 249 EUR
    Verpflegungspauschale 35 EUR
    Auf Wunsch: Coaching im eigenen Fahrzeug (2h) 75 EUR."


    Leider ist der Trackday nicht auf der Homepage: http://dcms-gmbh.de/. Dort findet man aber ein Kontaktformular und kann nachfragen.


    Ich habe übrigens keinerlei kommerzielle Beteiligung an dem Thema. Sie hatten mir nur geschrieben, dass sie noch nicht genug Teilnehmer für den 12.02. haben und da dachte ich mir, dass hier im Forum vielleicht jemand dabei ist, der noch Lust an sowas hat?!

  • Hallo,


    leider ist der Trackday nicht zustande gekommen. Aber DCMS hat mir einen Platz für ein normales Wintertraining mit eigenem Allrad freigehalten.


    Am 14.02. fand das Training bei bestem Wetter und perfekten Bedingungen statt. Morgens stand das Thermometer auf -10 Grad, so dass die Bahn in einem tollen Zustand war.


    Infos zum Training:
    Los ging es mit ein klein wenig Theorie: Wie bekomme ich ein Allrader in den Drift. Was unterscheidet einen Allrad von einem Hinterraddrift. Ablauf des Trainings.


    Auf der Dynamikfläche lernten wir erst einmal, wie sich der Wagen über die präparierte Piste fahren lässt, ohne dynamisch zu werden.
    Mit jedem Durchlauf wurde das Tempo etwas erhöht, bis wir die ersten Versuche gestartet haben, in den Drift zu kommen. Man fährt mit hoher Drehzahl. Fuß vom Gas, der Wagen nickt vorne ein, wodurch die Vorderräder mehr Grip bekommen. Einlenken. Warten, bis das Hinterteil kommt (was auf Eis durchaus eine Sekunde dauern kann). Räder gerade stellen und durch einen Gasstoß alle Räder zum Durchdrehen bringen. Gas halten.
    Mehr Gas = der Radius erhöht sich.
    Weniger Gas = der Radius wird enger.
    Wichtig ist die gerade Stellung der Vorderräder (was der entscheidende Unterschied zum Hinterrad-Drift ist). Lenkt man ein zieht man das Fahrzeug aus dem Drift raus und beendet den Spaß somit.


    Nach ein paar Probefahrten um die Hütchen ging es dann für viele Runden auf den Handlingsparcour. Das macht natürlich besonders viel Spaß, Runde um Runde zu drehen. Klar klappen nicht alle Kurven gut, man dreht sich zwischendurch, aber es ist klar zu merken, dass man schnell lernt. Alle Teilnehmer hatte unentwegt ein Grinsen im Gesicht.


    Später gab es noch das gezielte Driften um eine Haarnadelkurve. Ein "Rennen" im Oval gegen ein anderes Fahrzeug. Noch mal Handlingsparcour und am Schluss ging es noch mal auf die Dynamikfläche. Dort um Hütchen in großem Abstand, so dass man unendlich lange Drifts ziehen konnte.


    Es war ein super Tag. Wir sind über 70 km auf der Eispiste gefahren und ich werde mit Sicherheit nächstes Jahr wieder mit meinem X1 hingehen!