Motorschaden nach nicht einmal 100.000 km

  • Ich habe seit 3 Jahren auch einen X1 E84 xDrive 28i (4 Zylinder), Motor N20B20A, Bj. 8/2011, km-Stand 100.000. Der Motor klang im Leerlauf für mein Verständnis schon immer wie ein Diesel. In meiner BMW-Service-Werkstatt sagte man mir, die Benzindirekteinspritzer klängen so. Und nun ist der Motor kaputt.
    Das kam so: Auf einer Bummeltour über Landstraßen signalisierte mir der Bordcomputer: "Ölstand am unteren Limit" und nach einigen Kilometern: "Kühlmittel am unteren Limit" und dann sinngemäß "langsam fahren, damit der Motor nicht überhitzt wird". Bei der nächsten Gelegenheit habe ich angehalten, den Motor abkühlen lassen und Wasser im Kühler aufgefüllt. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Druckventil am Kühlmittelbehälter leicht verschmiert war. Da aber die nächste Werkstatt nur etwa 3 km entfernt war, bin ich langsan dorthin gefahren. Nachdem der Werkstattmeister die Motorhaube geöffnet hatte, sah man einen total verschmierten Motorraum. Kühlflüssigkeit und Motoröl hatten sich zu einer Emulsion verbunden, die im Motor entstanden sein muss und im Motorraum verspritzt worden war.
    Der Meister aus der kleinen Werkstatt sagte gleich: "Zylinderkopfdichtung, damit sind wir überfordert." Ich ließ das Auto also zu meiner BMW-Service-Werkstatt abschleppen. Aber die war offensichtlich auch überfordert; denn nach einer Wochen hatten die immer noch keinen Plan, was nun mit dem Motor geschehen soll. Daraufhin habe ich mich selbst um eine Werkstatt im Internet gekümmert und bin dabei auf caroobi.com gestoßen. Das ist eine Berliner Vermittlerfirma mit guten Referenzen für komplizierte Reparaturen. Auf deren WebSite habe ich mein Problem dargelegt und von der Wasser-Öl-Emulsion im Kühlkreislauf berichtet. Kurz darauf erhielt ich einen Anruf. Sie hätten das Problem erkannt und machten mir für eine Motorinstandsetzung einen Festpreis von ca. 5.000€.
    Mein Auto wurde also in die Partner-Werkstatt von Caroobi in der Nähe von Berlin geschleppt. Dort ist es noch, der Motor wurde auseinander genommen. Dabei hatte man festgestellt, die Ursache war ein Materialfehler. Unter der Zylinderkopfdichtung ist ein Pastikteil gebrochen, das wegen der thermischen Belastung eigentlich aus Metall hätte sein sollen, es aber wegen Gewichtsersparnis nicht war. Der Fehler sei auch schon desöfteren bei diesen Motoren aufgetreten. Hier war also das Loch (vgl. Bild), wo sich Wasser und Öl mischen konnten und Motor und alle mit ihm über Wasser- und Ölleitungen verbundenen Aggregate verschmutzten. Und für diese Verschmutzungen gab es von der Werkstatt prompt noch einen Aufschlag auf den Festpreis von 1.800€, gegen den ich mich nun nicht mehr wehren konnte. Der Motor war ja schon auseinander genommen. Als ob man nicht schon vorher von den Verschmutzungen wissen konnte.
    Ich muss also für die Reparatur eines Motorschadens, den ich nicht verursacht habe, nach 100.000 km Laufleistung bei einem Premiumauto etwa 7000€ bezahlen. Ist das etwa gerecht? Habt Ihr eine Idee, wie ich aus diesem Dilemma wieder herauskommen könnte? ?( BMW-Motor N20 (28i 4Zyl.) Bruchstelle.jpg

  • Ich verfolge den N20 ja schon ne Weile auf allen denkbaren Foren, aber den Fehler hab ich noch nirgendwo gesehen. Um welches Teil handelt es sich denn und wer sagt, dass es eigentlich aus Metall hätte sein müssen?


    Keine schöne Geschichte aber sicher nicht die Regel. Wurde der Wagen immer bei BMW gewartet?


    Amen

  • Natürlich wurde das Auto immer bei BMW gewartet.
    Die Bruchstelle ist unter dem gelben Finger (Foto) weiß markiert. Ich weiß nicht, was das für ein Teil ist. Dass es aus Metall hätte sein müssen, hat mir ein Werkstatt-Mitarbeiter am Telefon gesagt.
    Sicher hat der Techniker gemerkt, dass er es mit einem Laien zu tun hat und mir alles mögliche erzählen kann, auch um den Aufpreis zu rechtfertigen.

  • Erstmal ärgerlich sowas! Das sich die Benziner etwas nach Diese anhören ist richtig, das machen die Direkteinspritzer so.
    Auf dem Bild sehe ich keine weiße Markierung?? Ich würde mir an deiner Stelle noch ne zweite Meinung einholen. Die Preise kommen mir etwas hoch vor und vor allem haben die N20 eher Probleme mit der Kette.


    PS: Auch ein Premiumauto kann kaputt gehen ;)

  • Hallo rentnerjo,

    Habt Ihr eine Idee, wie ich aus diesem Dilemma wieder herauskommen könnte?

    Nein habe ich nicht, aber ein paar Fragen.


    Wenn man Wasser im Öl entdeckt, sollte man den Motor nicht mehr starten, weil er sonst frisst (Kolbenfresser, Lagerschäden), da Wasser kaum Schmierwirkung hat. Bei einem modernen Motor ist dann eine Reparatur kaum mehr möglich.

    Unter der Zylinderkopfdichtung ist ein Pastikteil gebrochen

    Leider ist das Bild zwar gross, aber kaum selbsterklärend. Man erkennt nur, dass da an einem Plastikteil eine Wand gebrochen ist, die die Dichtung am Platz hält. Wann das passierte (Montage, Herstellung oder ähnliches), kann ich daraus kaum ableiten.


    - Was soll das für ein Teil sein und wo am Motor befindet es sich?
    - Ist das etwa die Aufnahme des Ölfilters? Das wäre aber nur aussen am Motor angeflanscht?


    Der Fehler sei auch schon desöfteren bei diesen Motoren aufgetreten.

    Ich lese zum ersten Mal von diesen Problem, und der Motor ist nicht nur im X1 verbaut.
    Also "desöfteren" wäre mir zumindest neu.


    Ich sehe es so, dass sich die Sache aus der Ferne kaum richtig beurteilen lässt.


    Wenn du nun Zweifel an den Aussagen hast, suche dir doch jemanden in deiner Nähe, der die Dinge auf Augenhöhe mit der Werkstatt besprechen kann.


    Gruss


    P.S.: Falls die Werkstatt ein Innungsbetrieb ist, kannst du ev. auch mal bei der entsprechenden Innung nachfragen.

  • Hallo Wachbaer,
    ich hatte ja schon angedeutet, dass die Automechaniker, die bisher mit mir Kontakt aufgenommen hatten, meine Unwissenheit ausgenutzt haben könnten. Sie haben mir möglicherweise, wie das leider oft üblich ist, einen Bären aufgebunden, nur wenn das stimmt, einen sehr teuren. Das Bild sollte nur den Bruch eines Teils zeigen. Ich sollte glauben, es sei am Zylinderkopf. Vielleicht kann doch einer der Experten aus diesem Forum das Teil in der Aufnahme im oder am Motor lokalisieren.
    Deine Antwort bestärkt meine Meinung, dass die Ursache vielleicht gar nicht die Zylinderkopfdichtung ist bzw. der Bruch eines Teils darunter, sondern vielleicht im Wasserkreislauf zu suchen ist. Denn es war meiner Meinung nach kein Wasser im Öl, sondern Öl im Wasser. Der Motor lief bis zuletzt einwandfrei, also es gab keinen Kolbenfresser. Und aus dem Auspuff kam keine weiße Fahne. Und der Meister aus der BMW-Werkstatt meinte, es sei zuletzt kaum noch Öl im Motor gewesen.
    Ja, ich habe Zweifel an den Aussagen der Werkstatt und nicht nur der Werkstatt, sondern auch an denen der allzu forschen Vermittler. Leider habe ich keinen sachverständigen Bekannten. Und das mit der Innung werde ich recherchieren.
    Besten Dank!

  • Kann es die umgedrehte Zylinderkopfhaube sein?


    Unter der ZKD ist nur der Motorblock. Wenn es die Haube ist, kann das doch kein totaler Motorschaden sein.


    Ich verstehe nicht, warum BMW das nicht reparieren kann.


    Amen